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Museum im Museum

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr, Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr (Montags geschlossen).


Pressetext General Anzeiger:
Ausstellung im Siegburger Stadtmuseum Gehrets Werke wirken wie Fotos vom Museum

Siegburg · Die fotografischen Arbeiten von Albert Gehret sind eine Herausforderung. Sie stellen nämlich nur auf den ersten Blick dar, was der Betrachter zu sehen meint: Aufnahmen vom Siegburger Stadtmuseum, von außen und von innen, von Räumen, Aussichten und einzelnen Objekten.

Von Antonia Clausen

Am Sonntag eröffnete Vizebürgermeisterin Susanne Haase-Mühlbauer die ungewöhnliche Ausstellung, deren Arbeiten auf Anregung des Siegburger Architekten Hartmut de Corné entstanden sind. „Ich würde mir wünschen, dass durch diese Arbeiten das Museum selbst wieder ein bisschen mehr ins Bewusstsein der Besucher rückt“, sagte de Corné.

Das Gebäude, 1988 unter seiner Federführung umgebaut, sei mehr als nur Herberge für Kunst, Kultur und Musik, sondern selbst ein Stück bemerkenswerte Geschichte. Bemerken kann, wer sich ein bisschen auskennt oder zumindest aufmerksam ist, so einiges in den Bildern von Albert Gehret: Der 39-Jährige hat nämlich verfälscht.

Keine der 17 Darstellungen gibt etwas wider, was es in dieser Form im oder am Museum tatsächlich gibt. „Ich spiele mit Perspektiven, lasse Balustraden oder Mauervorsprünge verrutschen, füge Tageszeiten zusammen oder mache Räume länger“, verriet der aus Sankt Augustin stammende Künstler.

„Jetzt sehe ich dich – das Museum – mit ganz anderen Augen“, fasste Susanne Haase-Mühlbauer bei der Vernissage zusammen, was wohl allen Betrachtern durch den Kopf ging. Es sei eine spannende Sache, die Fotomontagen genauestens unter die Lupe zu nehmen und sich gleich vor Ort auf die Suche nach den Unterschieden zwischen Original und Fälschung machen zu können.

„Was vorher der Rahmen war, ist jetzt im Rahmen“, freute sie sich darüber, dass es Gehret gelingt, dem Betrachter das Siegburger Stadtmuseum auf eine ganz andere Weise als vorher erlebbar zu machen. Auch Gundula Caspary, von Seiten der Stadtverwaltung als Kuratorin für das Museum zuständig, war begeistert.

„Selbst mir, die das Gebäude wirklich gut zu kennen meinte, sind nicht sofort alle Unterschiede aufgefallen“, gab sie zu. Zwar sei schnell ersichtlich, dass zum Beispiel auf dem Bild mit dem Titel „InnenAußenSchaufenster“ ein Stück der Außenfassade sich als Innenwand in den Blick schummelt. „Aber das ist noch nicht alles“, so Gehret.

„Schauen Sie mal aus dem Fenster.“ Caspary tat, wie ihr geheißen: „Ja, stimmt. Da ist ein Stück Außenmauer im Blick, was man aber in Wirklichkeit aus dem abgebildeten Fenster gar nicht sehen kann.“ Nicht nur sie genoss den Rundgang durch die „Bilderrätselwelt“, die Gehret geschaffen hat.

Auch Museumsleiter Claus Hardung zeigte sich beeindruckt. Unter anderem von dem Bild „TagNachtMuseum“, auf dem Gehret die unterschiedlichen Lichter der Tageszeiten in einen fließenden Übergang gepackt hat. „Es ist toll, was der Fotograf perspektivisch zusammengebracht hat. Alles wirkt harmonisch, aber die Brüche sind vorhanden.“

Wer sich auf die „Bilderrätselreise“ durch das Siegburger Stadtmuseum begeben möchte, kann das noch bis Sonntag, 26. Mai. Bis auf montags ist das Museum am Markt täglich ab 10 Uhr geöffnet.

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