Auf den ersten Blick scheint eine Gruppe von Ballonverkäufern durch die Menge zu ziehen. Erst beim genaueren Hinsehen gerät diese selbstverständliche Lesart ins Wanken.
Was hier wie ein Nebeneinander erscheint, ist eigentlich ein Nacheinander.
Derselbe Ballonverkäufer taucht mehrfach im Bild auf. Mit ihm wiederholen sich Passanten, Begegnungen und Bewegungen. Verschiedene Augenblicke teilen sich denselben Raum. Der zurückgelegte Weg wird sichtbar, ohne als Linie eingezeichnet zu sein.
Dabei entwickeln die Ballons eine eigentümliche Präsenz. Was kaum etwas wiegt, bekommt im Bild Gewicht. Die bunten Figuren wachsen zu großen Körpern zusammen, hinter denen der Mensch fast verschwindet. Sie schweben und werden getragen, ziehen weiter und bleiben zugleich an mehreren Stellen im Bild zurück.
„LuftballonWeg“ verschiebt damit eine vertraute Vorstellung von Fotografie: Sie hält hier nicht einen Augenblick fest. Sie lässt mehrere Augenblicke gleichzeitig gegenwärtig werden.
Der Weg führt nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit.
LuftballonWeg
