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Warum Perspektiven?

Meine künstlerische Arbeit beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Wahrnehmung. Mit dem, was wir sehen, was wir darin erkennen – und mit dem, was wir daraus für wahr nehmen.

Dabei endet Wahrnehmung für mich nicht beim Bild.

Sie begegnet mir in der Kunst ebenso wie in der Gestaltung, in Sprache und Medien, in gesellschaftlichen Entwicklungen, im Alltag und zunehmend auch im Umgang mit Technologie. Oft sind es kleine Beobachtungen, ein Satz, ein Widerspruch oder eine Irritation, an denen größere Fragen sichtbar werden.

Perspektiven ist der Ort für solche Gedanken.

Nicht als kunsttheoretische Abhandlung und nicht mit dem Anspruch, abschließende Antworten zu geben. Mich interessiert vielmehr der Wechsel des Standpunkts: Was verändert sich, wenn man eine vertraute Sache anders betrachtet? Was erscheint selbstverständlich, obwohl es das gar nicht ist? Was übersehen wir gerade deshalb, weil wir glauben, es längst verstanden zu haben?

Manche dieser Perspektiven werden ausführlicher sein, andere nur ein Gedanke, eine Beobachtung oder ein Satz.

Sie müssen nicht immer unmittelbar von meiner Kunst handeln. Aber sie kommen aus derselben Haltung, aus der auch meine Arbeiten entstehen:

dem Misstrauen gegenüber dem allzu Selbstverständlichen – und der Neugier auf das, was sichtbar wird, wenn man noch einmal hinsieht.