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Albert Gehret

BaustellenBaustelle

Künstlerisches Verfahren
Digitale Fotomontage aus eigenen, ungestellten Fotografien
Ausführung / Material
C-Print auf Alu-Dibond mit UV-Schutzlaminat
Entstehungsjahr
2010
Maße
70 x 105 cm, 150 x 105 und auf Anfrage
Aufnahmeort
Hamburg Spiegel
Auflage
10 + 2 AP

Beschreibung

Das Ausgangsmotiv zeigt die Baustelle des neuen Verlagshauses der SPIEGEL-Gruppe und des benachbarten Ericus-Contors auf der Ericusspitze in Hamburg.

Für BaustellenBaustelle habe ich mehrere Fotografien und Perspektiven zu einem gemeinsamen Bildraum verbunden. Die Architektur befindet sich im Aufbau – zugleich wird auch ihre fotografische Darstellung neu konstruiert. Linien, Fassaden und Baukörper setzen sich über verschiedene Blickpunkte hinweg fort. Verschiebungen, Wiederholungen und räumliche Widersprüche bleiben sichtbar, ohne den Eindruck eines zusammenhängenden Ortes vollständig aufzulösen.

Damit berührt die Arbeit eine grundlegende Frage des Journalismus: Wie entsteht aus einzelnen Beobachtungen, Bildern, Aussagen und Informationen ein Wirklichkeitsbild?

Auch ein journalistischer Text kann Wirklichkeit nicht vollständig abbilden. Er wählt aus, ordnet ein und stellt Zusammenhänge her. Seine Glaubwürdigkeit beruht nicht darauf, frei von Perspektive oder möglichen Fehlern zu sein, sondern darauf, dass Auswahl, Quellen und Schlussfolgerungen überprüfbar bleiben und Korrekturen möglich sind.

Plausibilität allein ist noch kein Beleg für Wahrheit. Ein überzeugend zusammengesetztes Bild kann Zusammenhänge sichtbar machen – oder Widersprüche verdecken. In sozialen Medien wird diese Wirkung durch Ausschnitte, Wiederholungen und algorithmische Gewichtung zusätzlich beschleunigt: Was häufig erscheint und formal zusammenpasst, wird schnell für wirklich gehalten.

BaustellenBaustelle zeigt Wirklichkeit deshalb nicht als fertiges Gebäude, sondern als fortlaufende Konstruktion. Sie muss aufgebaut, geprüft und immer wieder neu betrachtet werden.

Das Gebäude des Spiegelverlags in Hamburg im Bau.
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