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Albert Gehret

StraßenZeitung

Künstlerisches Verfahren
Digitale Fotomontage aus eigenen, ungestellten Fotografien
Ausführung / Material
Ausführung auf Anfrage
Entstehungsjahr
2008
Maße
50 x 70 cm und auf Anfrage
Aufnahmeort
Bonn Turmstraße
Auflage
20
Verfügbarkeit und Preis anfragen

Mit Smartphone oder Tablet im eigenen Raum platzieren.

Beschreibung

Zeitungen gehören auf den Frühstückstisch, in die Hand, vielleicht noch in den Briefkasten. Hier haben sie ihren vorgesehenen Ort verlassen. Sie liegen nicht einfach auf der Straße – sie scheinen sie zu bevölkern.

Der Wind setzt die Seiten in Bewegung, hebt sie an, faltet und dreht sie. Für einen kurzen Moment entsteht aus etwas Alltäglichem eine eigene Choreografie. Das Papier scheint sich durch den Straßenraum zu bewegen – fast so, als hätte es ein Ziel.

Doch die Bewegung verändert noch etwas anderes: Der Wind löst die Ordnung der Seiten auf. Was eben noch gesetzt, gewichtet und eingeordnet war, gerät in Bewegung. Texte, Bilder und Schlagzeilen verlassen ihren Zusammenhang. Nachrichten außer Kontrolle – oder nur Papier im Wind?

Mich interessiert dieser Wechsel zwischen den Ebenen. Wir sehen eine alltägliche Situation und beginnen, ihr Bedeutung zuzuschreiben. Aus Bewegung wird Verhalten, aus herumfliegenden Seiten werden Nachrichten, aus einem zufälligen Moment entsteht eine Erzählung.

Und während die gedruckte Zeitung als analoges Medium zunehmend aus unserem Alltag verschwindet, bekommt ihre Körperlichkeit hier eine unerwartete Präsenz. Papier kann fliegen, sich falten, auf der Straße liegen bleiben. Information wird für einen Moment wieder zu einem Gegenstand.

Gerade in bewegten Zeiten stellt sich die Frage, was uns erreicht – und was wir daraus machen.

Entstehung und Bildprinzip01

Die Aufnahmen entstanden in der Turmstraße, in der ich einige Zeit meine eigene „Turmgalerie“ betrieb. Vor der Galerie waren Zeitungsseiten über die Straße verteilt. Eigentlich wollte ich sie aufsammeln. Dabei fiel mir auf, wie sich die Blätter im Straßenraum bewegten und immer neue Konstellationen bildeten. Statt sie sofort wegzuräumen, fotografierte ich die Situation mehrfach. Aus diesen einzelnen Aufnahmen des Zeitungsflugs entstand später „StraßenZeitung“. Mehrere Aufnahmen derselben ungestellten Situation werden zu einem neuen Bildraum zusammengeführt. Die unterschiedlichen Positionen und Bewegungszustände der Zeitungsseiten verdichten einen flüchtigen Vorgang zu einer gemeinsamen Szene. Aus einzelnen beobachteten Momenten entsteht eine Bewegung, die so nie gleichzeitig stattgefunden hat, visuell aber plausibel erscheint.

Ausstellungen und Publikationen02

Werkserie